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DEXA-Scan zur Körperfettmessung: Ablauf, Kosten und Befund

Die Dual-Röntgen-Absorptiometrie (DEXA oder DXA) gilt als Referenzmethode für die Körperzusammensetzung im Alltag von Klinik und Sportmedizin. Ein Messarm fährt über den liegenden Körper und sendet Röntgenstrahlen mit zwei Energiestufen. Fett, fettfreies Gewebe und Knochen schwächen die beiden Energien unterschiedlich stark ab. Daraus berechnet die Software für jeden Bildpunkt, woraus der Körper dort besteht, und summiert die Werte für Arme, Beine, Rumpf und den ganzen Körper. Die Abweichung zum tatsächlichen Körperfettanteil liegt meist bei etwa 1–2 Prozentpunkten, die Wiederholgenauigkeit auf demselben Gerät bei etwa 0,5–1 Punkt. Damit eignet sich DEXA, um die Werte von Rechner, Caliper oder Körperfettwaage einmal sauber einzuordnen.

Wo es DEXA in Deutschland gibt

Da DEXA mit Röntgenstrahlen arbeitet, braucht jede Messung nach Strahlenschutzrecht eine ärztliche Indikationsstellung („rechtfertigende Indikation“). Seriöse Anbieter klären das vor Ort mit einer Ärztin oder einem Arzt ab.

Kosten als Selbstzahler

Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt eine Knochendichtemessung nur bei Verdacht auf Osteoporose mit Konsequenz für die Behandlung, etwa nach einem Knochenbruch ohne passenden Unfall. Eine Messung der Körperzusammensetzung aus Fitness- oder Abnehmgründen ist eine Selbstzahlerleistung (IGeL). Abgerechnet wird nach der Gebührenordnung für Ärzte oder zu Pauschalpreisen. Die Preise liegen meist im zweistelligen bis niedrigen dreistelligen Eurobereich je Messung; Body-Scan-Studios bieten häufig Mehrfachpakete für Verlaufsmessungen günstiger an. Private Krankenversicherungen erstatten nur bei medizinischer Begründung. Fragen Sie vorab, ob der Preis die Besprechung und einen schriftlichen Bericht mit Regionalwerten enthält.

Vorbereitung am Messtag

DEXA ist weniger empfindlich gegenüber dem Wasserhaushalt als eine Körperfettwaage, aber Mageninhalt, Getränke und Glykogen gehen als „fettfreie Masse“ mit in die Messung ein. Für vergleichbare Werte:

  1. Morgens messen, nüchtern oder nach immer demselben kleinen Frühstück, nach dem Toilettengang.
  2. Am Vortag kein intensives Training, keine ungewöhnlich salzreiche oder kohlenhydratreiche Mahlzeit, kein Alkohol.
  3. Normal trinken, aber nicht direkt vor der Messung einen halben Liter Wasser.
  4. Kleidung ohne Metall: kein BH mit Bügeln, keine Reißverschlüsse, Nieten oder Knöpfe; Schmuck, Uhr und Brille ablegen.
  5. Mitteilen, wenn in den letzten 7–10 Tagen eine Untersuchung mit Kontrastmittel, Barium oder nuklearmedizinischen Substanzen stattfand – sie verfälschen die Messung.
  6. Gelenkprothesen, Metallplatten und Implantate angeben; sie werden aus der Auswertung herausgerechnet.

Die eigentliche Messung dauert je nach Gerät 5–15 Minuten. Sie liegen ruhig auf dem Rücken, Arme neben dem Körper, Füße leicht fixiert. Bei sehr großen oder breiten Menschen passt der Körper teils nicht ganz ins Messfeld; dann wird eine Körperhälfte gemessen und gespiegelt.

Strahlenbelastung

Eine Ganzkörper-DEXA-Messung bringt eine effektive Dosis von wenigen Mikrosievert, je nach Gerät und Modus etwa 1–10 µSv. Zum Vergleich: Die natürliche Strahlung in Deutschland beträgt im Mittel rund 2,1 Millisievert pro Jahr, also etwa 6 µSv pro Tag. Eine DEXA-Messung entspricht damit etwa einem Tag Umgebungsstrahlung oder einem Teil eines Langstreckenflugs; eine Röntgenaufnahme der Lunge liegt bei etwa 20–30 µSv, eine Computertomografie des Bauchs bei mehreren Millisievert. Auch mehrere Messungen im Jahr bleiben im sehr niedrigen Bereich. In der Schwangerschaft wird DEXA dennoch nicht durchgeführt.

Befund lesen: Android, Gynoid, VAT

Ein Ganzkörperbefund enthält deutlich mehr als einen Prozentwert:

WertBedeutungEinordnung
Gesamt-Körperfett (% Fat, Total)Fettmasse im Verhältnis zum Gesamtgewichtmit altersabhängigen Normalwerten vergleichen, z. B. Männer 20–39 J. 8–19 %, Frauen 21–32 %
Fett- und Magermasse je Region (Arms, Legs, Trunk)Gramm Fett und Lean Mass für Arme, Beine und Rumpf, getrennt links und rechtszeigt Seitenunterschiede und wo Fett sitzt
Android-FettFett in der Bauchregion zwischen Becken und unterem Rippenbogenhoher Anteil weist auf Bauchfett hin
Gynoid-FettFett an Hüfte und Oberschenkelansatzgesundheitlich eher unbedenklich
Android-/Gynoid-Verhältnis (A/G Ratio)Verteilung Bauch zu Hüftehöhere Werte bedeuten mehr Fett am Bauch im Verhältnis zur Hüfte; Frauen liegen meist deutlich niedriger als Männer
VAT (Visceral Adipose Tissue)geschätzte Masse oder Fläche des Bauchinnenfetts in g oder cm²Grenzwerte unterscheiden sich je nach Hersteller; als deutlich erhöht gelten häufig Werte ab etwa 1.000 g
ALMI (Appendicular Lean Mass Index)Magermasse von Armen und Beinen geteilt durch Größe²Maß für Muskelmasse; niedrige Werte (etwa unter 7,0 kg/m² bei Männern, 5,5–6,0 bei Frauen) weisen auf Muskelschwund hin
BMC / KnochendichteKnochenmineralgehalt; Ganzkörper-Knochendichteersetzt nicht die Osteoporose-Messung an Hüfte und Wirbelsäule mit T-Wert
Perzentile, Z-ScoreVergleich mit Gleichaltrigen gleichen Geschlechtshöheres Perzentil beim Fett bedeutet je nach Darstellung mehr oder weniger Fett – Legende beachten

DEXA-Werte liegen oft einige Prozentpunkte höher als die Ergebnisse von Körperfettwaagen oder Online-Rechnern. Das liegt nicht an einer Zunahme, sondern daran, dass andere Methoden bei vielen Menschen niedriger schätzen. Geräte der Hersteller GE (Lunar) und Hologic liefern bei derselben Person ebenfalls leicht unterschiedliche Werte. Vergleichen Sie Messungen deshalb nur auf demselben Gerät.

DEXA im Vergleich zu Bod Pod, Unterwasserwiegen und MRT

VerfahrenPrinzipStärkenSchwächen
DEXARöntgen mit zwei EnergienWerte je Körperregion, Muskel- und Knochenmasse, Bauchfett-Schätzunggeringe Strahlung, Unterschiede zwischen Herstellern
Bod Podverdrängte Luft, Körperdichteschnell, ohne Strahlung, für Kinder und Ältere geeignetnur Gesamtwert, ungenauer bei sehr niedrigem oder hohem KFA, in Deutschland selten
UnterwasserwiegenAuftrieb, Körperdichtesehr gut reproduzierbarvollständiges Untertauchen mit leerer Lunge, nur an Universitäten
MRTMagnetresonanz-Schnittbildermisst viszerales Fett und Leberfett exakt, ohne Strahlungteuer, nur mit medizinischer Fragestellung
Professionelle BIAelektrischer Widerstandgünstig, oft im Fitnessstudio, segmentale Werteabhängig vom Wasserhaushalt

Fragen an den Anbieter vor der Buchung

Abstand zwischen zwei Scans

Ein Abstand von 3–6 Monaten ist sinnvoll. Kürzere Abstände zeigen meist nur Veränderungen innerhalb des Messfehlers: Eine echte Veränderung erkennt man ab etwa 1 kg Fett- oder Magermasse bzw. 1 Prozentpunkt KFA. Wer gezielt Fett abbaut, verliert in 8–12 Wochen bei 0,5–1 % Körpergewicht pro Woche genug, damit DEXA den Unterschied sicher zeigt.