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FFMI berechnen: fettfreie Masse im Verhältnis zur Größe

Der Fettfreie-Masse-Index (FFMI) zeigt, wie viel Muskeln, Knochen, Organe und Wasser ein Mensch im Verhältnis zu seiner Körpergröße hat. Er funktioniert wie der BMI, zählt aber nur die fettfreie Masse. Damit trennt er, was der BMI vermischt: Zwei Männer mit 1,80 m und 90 kg haben denselben BMI von 27,8 – bei 12 % Körperfett liegt der FFMI bei 24,4, bei 30 % bei 19,4. Für den FFMI brauchen Sie Gewicht, Größe und Ihren Körperfettanteil, etwa aus dem Körperfettrechner, einer Caliper-Messung oder einem DEXA-Scan.

Geschlecht

–

Fettfreie Masse
–
Fettmasse
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FFMI (roh)
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BMI zum Vergleich
–
Spanne bei KFA ± 3 Punkte
–

Normierter FFMI = FFMI + 6,1 × (1,8 − Größe in m), nach Kouri et al. (1995).

FFMI-Formel und normierter FFMI

  1. Fettfreie Masse = Gewicht × (1 − KFA ÷ 100)
  2. FFMI = fettfreie Masse in kg ÷ (Größe in m)²
  3. Normierter FFMI = FFMI + 6,1 × (1,8 − Größe in m)

Beispiel: 80 kg, 1,80 m, 18 % Körperfett → fettfreie Masse 65,6 kg → FFMI = 65,6 ÷ 3,24 = 20,2. Bei genau 1,80 m sind FFMI und normierter FFMI gleich.

Die Normierung auf 1,80 m stammt aus der Studie von Kouri und Kollegen (1995). Größere Menschen haben bei gleicher Muskulosität einen etwas höheren FFMI, kleinere einen niedrigeren, weil die Masse nicht genau mit dem Quadrat der Größe wächst. Der Korrekturterm gleicht das aus: Ein Mann mit 1,70 m erhält 0,61 Punkte Zuschlag, ein Mann mit 1,90 m 0,61 Punkte Abzug. Für Vergleiche zwischen Menschen unterschiedlicher Größe ist deshalb der normierte Wert maßgeblich.

Beispiel Frau: 65 kg, 1,68 m, 26 % Körperfett → fettfreie Masse 48,1 kg → FFMI = 48,1 ÷ 2,8224 = 17,0 → normierter FFMI = 17,0 + 6,1 × 0,12 = 17,8.

FFMI-Werte für Männer und Frauen

Normierter FFMI MännerNormierter FFMI FrauenEinordnung
unter 18unter 15unterdurchschnittlich, wenig Muskelmasse
18–2015–17durchschnittlich, untrainiert bis leicht trainiert
20–2217–18überdurchschnittlich, regelmäßig trainiert
22–2318–20sehr gut trainiert, mehrere Jahre Krafttraining
23–2620–22sehr muskulös, nahe der natürlichen Obergrenze
über 26über 22außergewöhnlich hoch, ohne leistungssteigernde Mittel selten

Ein sehr niedriger FFMI kann medizinisch relevant sein: Werte unter etwa 17 bei Männern und 15 bei Frauen gelten in der klinischen Ernährungsmedizin als Hinweis auf Mangelernährung oder Muskelschwund (Sarkopenie), besonders bei älteren oder chronisch kranken Menschen. Krafttraining und ausreichend Eiweiß sind dann wichtiger als eine Gewichtsabnahme.

Grenze von 25 ohne Doping

Kouri und Kollegen untersuchten 157 Kraftsportler. Die Sportler ohne Anabolika erreichten einen normierten FFMI von höchstens etwa 25, die Anwender von Steroiden lagen teils deutlich darüber. Daraus entstand die verbreitete Faustregel, dass 25 die natürliche Obergrenze für Männer ist.

Fehler durch ungenauen Körperfettanteil

Der FFMI ist nur so genau wie der eingegebene Körperfettanteil. Gewicht und Größe sind leicht exakt zu messen, der KFA nicht.

Eingegebener KFAFettfreie MasseFFMI (80 kg, 1,80 m)
12 %70,4 kg21,7
15 %68,0 kg21,0
18 %65,6 kg20,2
21 %63,2 kg19,5

Jeder Prozentpunkt Fehler im KFA verschiebt den FFMI bei 80 kg und 1,80 m um etwa 0,25. Eine Körperfettwaage, die 4 Punkte danebenliegt, ändert den FFMI also um rund 1 Punkt – genug, um aus „überdurchschnittlich“ „sehr gut trainiert“ zu machen. Am genauesten wird der FFMI mit einem DEXA-Wert. Mit Caliper oder Navy-Formel rechnen Sie am besten mit einer Spanne, etwa KFA ± 3 Punkte.

FFMI im Muskelaufbau verfolgen

Für den Verlauf ist der FFMI nützlicher als das Gewicht, weil er Fettzunahme herausrechnet. Wer im Muskelaufbau 4 kg zunimmt, davon aber 2 kg Fett, sieht den echten Zuwachs nur am FFMI.